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Abnahme von Urinproben (unterschiedliches Geschlecht)

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Abnahme von Urinproben (unterschiedliches Geschlecht)

Beitrag  Lars Petersen am Do Dez 15, 2011 9:55 pm

Hallo zusammen!

Ich erlebe es in der stationären Arbeit immer wieder als grosses Problem, wenn Urinproben für Drogenscreenings abgenommen werden müssen und z.B. nur zwei Frauen im Dienst sind wenn ein männlicher Patient abgeben müsste oder umgekehrt.

Wir verfahren bisher immer so, dass die Urinprobe immer erst dann abgenommen wird, wenn eine gleichgeschlechtliche Pflegeperson da ist.

Wie geht ihr mit diesem Problem um? Question


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Re: Abnahme von Urinproben (unterschiedliches Geschlecht)

Beitrag  mobrae am Mi Dez 21, 2011 12:29 pm

Ja, also wir handhaben das genau gleich :-)

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Sichturin

Beitrag  stalderbasel am Sa Dez 31, 2011 6:21 pm

Ich nehme an, es handelt sich hier um das Thema und Problem, dass "Sichturin" beschafft werden muss. Ich empfehle dagegen und wir praktizieren das, dass auf Sichturin in dem Sinne, dass eine Pflegeperson der betreffenden Person aufs Genital schaut, verzichtet wird. Meine Erfahrung ist, dass sich mit der Zeit eine andere Kultur entwickelt, so dass "Sichturin" nicht mehr nötig bzw. kein oder das falsche Thema ist.

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Sichturin

Beitrag  Philippe van Driel am Di Jan 03, 2012 4:00 pm

Ich finde euren Ansatz auf Sichturin zu verzichten sehr spannend, allerdings stelle ich mir die Frage, wie ihr Urinprobenfälschungen vorbeugt? Benutzt ihr Marker?

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Vertrauen

Beitrag  stalderbasel am Di Jan 03, 2012 4:21 pm

Nein, wir benutzen keine Marker. Aber Vertrauen. Das hilft immer - zumindest auf die lange Dauer gesehen.

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OK?

Beitrag  Philippe van Driel am Di Jan 03, 2012 7:51 pm

Arbeitet ihr dann auch nicht mit regelmässigen UP`s zur Sicherstellung von Abstinenz?

Und funktioniert das mit dem Vertrauen auch bei Menschen, welchen gegen ihren Willen bei euch sind? Habt ihr da erfahrungen?

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Re: Abnahme von Urinproben (unterschiedliches Geschlecht)

Beitrag  Normal am Di Jan 03, 2012 7:59 pm

stalderbasel schrieb:Ich nehme an, es handelt sich hier um das Thema und Problem, dass "Sichturin" beschafft werden muss. Ich empfehle dagegen und wir praktizieren das, dass auf Sichturin in dem Sinne, dass eine Pflegeperson der betreffenden Person aufs Genital schaut, verzichtet wird. Meine Erfahrung ist, dass sich mit der Zeit eine andere Kultur entwickelt, so dass "Sichturin" nicht mehr nötig bzw. kein oder das falsche Thema ist.


Habt ihr Schnell-Tests oder sendet ihr sie jedes mal ins Labor wie es in der UPD Bern geschiet??

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Re: Abnahme von Urinproben (unterschiedliches Geschlecht)

Beitrag  Admin am Di Jan 03, 2012 8:21 pm

Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Behandlungsgrundlagen, respektive die Motivation der Patienten verschieden ist. Hört sich für mich jedenfalls sehr danach an. Wie sieht das Setting aus und aus welchen Gründen werden Urinproben abgenommen?

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Schnelltests

Beitrag  stalderbasel am Mi Jan 04, 2012 10:27 am

Ja, wir haben (für Drogen und Medikamente) Schnelltests. Dieses sind allerdings niucht hunderprozentig genau bzw. sicher. Deshalb gilt folgende Regel: Stimmen alle dem Resultat zu, dann gehen wir davon, dass es so ist. Gibt es Einwände, dann schicken wir den Urin (zusätzlich) ins Labor.

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Re: Abnahme von Urinproben (unterschiedliches Geschlecht)

Beitrag  stalderbasel am Mi Jan 04, 2012 10:34 am

Philippe van Driel schrieb:Arbeitet ihr dann auch nicht mit regelmässigen UP`s zur Sicherstellung von Abstinenz?

Und funktioniert das mit dem Vertrauen auch bei Menschen, welchen gegen ihren Willen bei euch sind? Habt ihr da erfahrungen?


Bei Menschen, die gegen ihren Willen bei uns sind, ist das erste Ziel, ihren Willen zu gewinnen, d.h. mit ihnen in eine vetrauensvolle produktive Zusammenarbeit zu kommen. Aber ich will hier selbstverständlich nicht als Klugscheisser auftreten. Ich schreibe und argumentiere hier vor dem Hintergrund, dass ich in einer therapeutischen Einrichtung (so begreiffen wir uns) arbeite und über den Normalfall rede. Gleichwohl bin ich (aus langjähriger Erfahrung) der Ueberzeugung, dass diese FremdKontrollphilosophie mit Vorteil mittel- bis längerfristig für alle Beteiligten überdacht werden muss.

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Re: Abnahme von Urinproben (unterschiedliches Geschlecht)

Beitrag  Lars Petersen am Di Jan 10, 2012 9:54 am

Kann ich von der Sache her nur unterstützen! Aber ich denke wirklich, dass es auch eine klare Frage des Settings bedeutet. Wenn die Grundlage ausschliesslich "freiwillig und motiviert" lautet, würde ich mit diesem Prinzip ebenfalls arbeiten wollen. Sobald aber Faktoren wie z.B.: Freiheitsentzug oder Motivation durch Obdachlosigkeit hinzukommen, beginnt das Ganze schon ins Schwanken zu geraten.
Freiwillige, konsumierende Patienten, die den Sozialdienst in Anspruch nehmen wollen und lediglich ein Bett und drei Mahlzeiten haben möchten gehören nun mal auch zu unserer Realität.

Andere Möglichkeit: Hat jemand gute Erfahrungen mit Markern gemacht?

Ohne Werbung machen zu wollen hier mal ein Link. hab nur mal schnell gegoogelt... Urinkontrollen Marker http://www.marker-test.de/Ueber-Ruma/

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Marker

Beitrag  Philippe van Driel am So Jan 29, 2012 3:29 pm

Die Idee mit den Markern finde ich recht gut.
Wir hatten jetzt gerade die Situation, dass ein Patient sauberen Eigenurin gelagert und geschmuggelt hat und trotz UP unter Sicht diesen abgeben konnte. So waren alle UP's, trotz eindeutigem Konsum (Somnolenz, isokore Pupillen, Fix- Besteck gefunden, etc.) negativ.
DAher denke ich schon, dass die Arbeit mit Markern einige Vorteile brächte. So kann kein Fremd-/ alter Eigenurin verwendet werden, die Beziehung wird nicht unnötig belastet durch die Störung der Intimsphäre und der Arbeitsaufwand zum entnehmen einer UP würde weniger werden.

Wie sind eure Gedanken, Erfahrungen dazu?

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Urinabnahme unter Sicht

Beitrag  Karisma Olitex am Fr Feb 03, 2012 7:24 pm

Das Thema ist bei uns weiterhin aktuell und wie es scheint wird es auch so bleiben.

1. Sichturin ist jeweils gleichgeschlechtlich zu regeln. Da führt (zum Glück) kein Weg dran vorbei. Ist eine gleichgeschlechtliche Pflegeperson nicht anwesend, wird eine organisiert.
2. Ich zähle mich zu den Beführwortern des Sichturins. So ganz nach dem Motto Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. bounce bounce bounce

Ich habe das Thema an einer Gesprächsrunde mit Patienten eingebracht. Wir haben darüber abgestimmt, ob es Sichturin brauche oder nicht. Das Ergebnis ist eindeutig. 15 Pro /2 Kontra
Im Vordergrund steht vorallem die Kontrolle, der es sich zu entziehen gilt, wenn das Craving (Suchtdruck) zunimmt. Viele bestätigten, wenn es ihnen schlechter geht und der Druck gegenüber dem Konsum zunimmt, sie über alle möglichen Hürden gehen, um einen Konsum tätigen zu können oder um diesen zu verbergen. Der Sichturin stellt da eine Hürde dar, die es zu bewältigen gibt. An dieser Stelle zu Betrügen ist erschwehrt (aber nicht unmöglich). Daher würde eine nicht kontrollierte Urinabgabe, sich schnell in ein ungenaues Messverfahren bewegen und wäre somit im Ergebnis irrelevant. Auch ist mir im täglichen Arbeiten aufgefallen, dass es Patienten gibt, die über einen Sichturin der sauber ist, sehr stolz sein können. Sie erachten es zurecht als eine erfolgreiche Leistung, einen sauberen Urin abzugeben.

Dies war keine Studie oder gezielte Auseinandersetzung mit klaren Themenvorgaben. Ich habe einfach mal so in die Runde gefragt und erfreute mich über eine ausgeprägte Rückmeldeung der Betroffenen.

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Sichturin ja oder nein?

Beitrag  Andrea M. am Sa Mai 05, 2012 5:06 pm

Wie wäre es denn, den Sachverhalt diesbzgl. mit dem/der Pat. selber individuell fest zu halten? Vielleicht gibt es Phasen, in denen Pat. froh darüber sind und dringend zustimmen, S-UP's abzugeben, aber evtl. auch Zeiten haben, in denen sie sich sicher fühlen und diese Art der Kontrolle nicht wünschen?

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